Elterninitiative
Ministerbrief
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Hier sehen Sie den Brief an den Kultusminister, den Sie als PDF-Datei herunterladen können.


  

An den Minister für Bildung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein
Herrn Dr. Ekkehard Klug
Brunswiker Straße 16-22
24105 Kiel 

Sehr geehrter Herr Minister, sehr geehrte Damen und Herren,

zwei Jahrgänge in Schleswig-Holstein besuchen nun das Gymnasium unter G8. Bereits in der 5. Klasse sind bei vielen Kindern Stress- und Überforderungssymptome zu sehen, die unserer Beobachtung nach zunehmen:

  • Nach den langen Schultagen haben die Kinder noch etliche Hausaufgaben zu erledigen, sind aber oft nicht mehr aufnahmefähig und benötigen so unangemessen viel Zeit für die Aufgaben.
  • Teilweise werden nun schulische Erledigungen aufs Wochenende verschoben, so dass die ganze Familie von den Folgen des G8 betroffen ist und keine Zeit für Entspannung bleibt.
  • Viele Kinder kön­nen unter der Woche keine Verabredungen mit Freunden treffen, da keine Zeit mehr dafür da ist. Manche geben ihren Sport oder ihren Musikunterricht auf.
  • Die Kinder klagen häufiger über Kopfschmerzen, sind unruhig und unkonzentriert – das bemer­ken vor allem die Lehrer, die eigentlich besonders aufmerksame Schüler vorfinden müssten, um den Stoff in der Kürze der Zeit vermitteln zu können.

Wir sor­gen uns, dass unsere Kinder gesundheitliche und psychische Schäden durch den dauerhaft hohen Druck davontragen. Erfahrungen aus anderen Bundesländern zeigen, dass diese Befürchtungen nicht unberechtigt sind. Wir sehen das Ministerium in der Verantwortung, an der Situation umgehend etwas zu ändern und nicht den Schulen unter dem wohlklingenden Namen „Schulautonomie“ die Verantwortung für Symptomkorrekturen zuzuschieben. Die für das Schuljahr 2011/12 angekündigte Freiheit der Schu­len, G9 und G8 nebeneinander anzubieten, löst weder die Probleme der bereits jetzt betroffenen Jahrgänge, noch die der zukünftigen Schülerinnen und Schüler.

Denn G8 ist nur zu verantworten, wenn die Lehrpläne „entrümpelt“, der kürzeren Lernzeit und dem geringeren Alter der Schülerinnen und Schüler angepasst werden. Hier kann es keine „hausgemachten“ Lösungen der einzelnen Schulen geben, vielmehr muss durch verbindliche Lehrpläne eine gleiche Ausgangssituation für das Zentralabitur geschaffen werden. Problematisch bleibt dabei weiterhin ein Nebeneinander von G8 und G9, unabhängig davon, ob beides an derselben Schule oder an verschiedenen Gymnasien angeboten wird, da nach der Entrümpelung der Lehrpläne keine gleichen Bedingungen für ein gemeinsames Zentralabitur vorliegen.

Unsere Forderungen lauten deshalb:

Schaffen Sie G8 für SH durchgehend und auch für die jetzt Betroffenen wie­der ab!

Oder:

Erarbeiten Sie bis zu Beginn des neuen Schuljahres landesweit verbindliche, angepasste Lehrpläne für G8, die den SchülerInnen der Orientierungs- und Mittelstufe noch Raum las­sen, Kind zu sein und eine normale Pubertät zu durchleben!

Ermöglichen Sie jenen Kindern, die den Anforderungen von G8 nicht genügen, den Übergang an Gesamt- und Gemeinschaftsschulen, indem Sie dort die entsprechenden Kapazitäten bereit stellen!

 

Mit freundlichen Grüßen                               (Name, Adresse)