Nach der Übergabe der Unterschriften nahm sich Frau Dr. Langer (Abteilungsleiterin Gymnasien im Kultusministerium) etwa 1,5 Stunden Zeit, um über die Beschwerden zu sprechen, die hinter den gesammelten Unterschriften stecken. Dabei war auch die zuständige Schulaufsichtsbeamte für Lübeck. Von Frau Dr. Langer wurde auch auf das europäische Ausland (und die anderen Bundesländer) verwiesen, das schon lange G8 hat und dem man sich anpassen müsse. Jeder weiß jedoch, dass andere Länder auch andere Traditionen haben. In Deutschland sind die Schulen nicht für einen Unterricht ausgestattet, der den Nachmittag mit erfasst! Es gibt einfach keine räumliche Ausstattung für Rückzug und Erholung. Auf die abschließende Frage an Frau Dr. Langer, welche Gründe aus pädagogischer Sicht für G8 sprechen, entgegnete sie: „Warum soll man es nicht machen, wenn man es machen kann.“ Wir fragen uns, warum man etwas, was bis jetzt in Westdeutschland funktioniert hat, verändern muss. Deutlich wurde auf alle Fälle, dass wir mit Funktionsträgern sprachen, … … die politische Entscheidungen umsetzen müssen; … die nicht nur (schön gefärbte) Stellungnahmen von Schulelternbeiräten hören; … die unsere Bedenken weitertragen werden; … darum bemüht sind G8 positiv zu verändern – auch für den Fall, dass G9 wieder möglich wird. Schnell wurde aber deutlich, dass aus ministerialer Sicht vor allem die mehr oder weniger mißlungene Einführung von G8 an den Schulen die Schuld an der unzumutbaren Situation unserer Kinder haben sollte. Dass das Ministerium schon ab September 2008 entsprechende Fortbildungen für die Schulen angeboten hatte, wurde als Erfolg dargestellt. (In anderen Bundesländern wurden solche Maßnahmen nach Frau Dr. Langer erst viel später angeboten.) Was würde man von einem Unternehmen halten, das Produkte anbietet, die nicht funktionieren und dann ständig Rückrufaktionen starten muss? | | Die Elterninitative wurde von betroffenen Eltern eines Lübecker Gymnasiums ins Leben gerufen. Das aber nicht, weil die Schule schlecht wäre, sondern weil es einer Regelung auf politischer Ebene bedarf, um die Rahmenbedingungen für die derzeitige Durchführung von G8 zu verbessern. Nach einem Artikel in den Lübecker Nachrichten am 07. Januar 2010 haben sich etliche Eltern an die unten stehende Adresse gewandt und Ihre Freude darüber zum Ausdruck gebracht, dass so eine Aktion gestartet wurde. Einige haben ihre Unterstützung bei weiteren Aktionen angeboten. Weitere haben gute Ideen, wie das Anliegen der Initiative weitergetragen werden kann. Auf alle Fälle ist es nicht so, dass es eine bestimmte feste Gruppe gibt, aus der die Elterninitiative besteht. Vielmehr handelt es sich zwischenzeitlich um einen Prozess, an dem viele Betroffene in ganz Schleswig-Holstein mitwirken, um das Leben der Kinder zu erleichtern. Dazu gehören neben betroffenen Eltern auch Schulelternbeiräte, ein Psychologe und Eltern von Viertklässlern, die im kommenden Schuljahr ans Gymnasium wechseln wollen. Und es geht weit über die Stadt Lübeck hinaus. Zwischenzeitlich existiert eine landesweite Vernetzung über den Elternverein Schleswig-Holstein. www.g9jetzt.de Aus diesem Grund ist die bisherige Seite "G8 - Netzwerk" geschlossen. |